Einkaufen mit bestem Gewissen

Fast sieben Millionen Tonnen Platikmüll landen laut WWF jährlich in den Weltmeeren. Natürlich gibt es viele Quellen von Plastik (zum Beispiel noch immer aufwändige Verpackungen von Produkten, gegen die man sich schlecht wehren kann) aber beim alltäglichen Einkauf hat man den möglichen Umweltschutz ganz wortwörtlich selbst in der Hand: die Einkaufstüte

Die richtige Einkaufstüte

Plastiktüten sind im Durchschnitt 25 Minuten lang in Gebrauch. Das bedeutet, sie werden gekauft, einmal verwendet und weggeworfen. Je nach Kunststoffsorte dauert es dann zwischen 100 und 500 Jahren, bis eine Plastiktüte sich zersetzt hat, wenn sie nicht recycelt wird. Bedenkt man das weltweit pro Minute etwa eine Million Plastiktüten verwendet werden, kann einem ganz schlecht werden.
Viele Supermärkte sind schon dazu übergangen, Geld für Plastiktüten zu verlangen, damit die Kunden davor zurückschrecken, immer neue Tüten zu verwenden und eher auf wiederverwendbare Einkaufstaschen zurückgreifen. Dazu gibt es prinzipiell drei Möglichkeiten:

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Bioplastiktüten
Die sind laut Europäischer Norm EN 13432 100% biologisch abbaubar, 100% kompostierbar, 100% GVO-frei und 100% bleifrei sind. Diese neue Generation Plastik-Tüten ist umwelttechnisch zwar noch gültig, eigentich aber schon wieder veraltet, weil modernen Kompostieranlagen schneller arbeiten als noch vor ein paar Jahren – und damit leider sehr viele Reste an Bioplastiktüten übrig lassen. Zu diesem Thema gibt es einen sehr guten Beitrag auf der Website des Bayerischen Rundfunks
Dann doch besser Papiertüten?
Papiertüten sind nicht unbedingt umweltfreundlicher als diese neue Generation von „Plastik-Tüten“, denn bei ihrer Produktion ist doppelt so viel Energie notwendig wie bei der Produktion der neuen Folientüten, ausserdem entsteht durch die notwendige Behandlung der Zellstofffasern eine deutlich höhere Luft- und Wasser-Belastung mit Chemikalien, Stickoxide, Schwefeldioxide.

Was ist mit Baumwoll- oder Jutetaschen?
Der größte Umwelt-Wert von Baumwoll- oder Jutetaschen liegt darin, dass es sie heute in vielen individuellen Formen und Farben, mit und ohne Aufdruck gibt und sie daher „gemocht“ und dementsprechend oft verwendet werden. Die Produktion von Baumwoll- oder Jutetaschen verursacht zwar einen relativ hohen CO2 Ausstoß, was aber durch die lange Wiederverwendung in der Regel relativiert wird – aber nur dann. Also: Nach schönen, fair gehandelten Baumwolltaschen suchen und diese so lange wie irgend möglich verwenden. Googeln Sie einfach nach „fair“ und „Baumwolltaschen“, da werden sie schnell fündig.

Noch ein Tipp: Legen Sie immer ein oder zwei (faire Baumwoll-) Taschen ins Auto oder in denFahrradkorb, so dass sie auch bei Spontan-Einkäufen nicht gezwungen sind, auf Plastiktüten zurück zu greifen.
Apropos Fahrrad: Wenn Sie einen leicht abnehmbaren Fahrradkorb haben, nehmen Sie doch den gleich mit in den Laden …

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Ganz ohne Tüte

Wurst und Käse in Tupperware, noch viel besser in Edelstahlboxen für Lebensmittel abfüllen lassen.
Das geht – auch in jedem normalen Supermarkt – Sie müssen sich nur trauen zu fragen.

 

Gezielt einkaufen

Das klingt ein bisschen spießig– aber es ist tatsächlich die effektivste Methode Küchenabfälle zu vermeiden, also Lebensmittel weg zu werfen. Machen Sie sich am Wochenende – oder an einem beliebigen Tag, einen Wochenplan und kaufen dann danach ein. Das heißt ja nicht, dass sie nun nie mehr einem spontanen Gelüst nachgeben dürfen, aber Sie werden schnell merken, dass sich Ihre Lebensmittel-Abfälle enorm reduzieren, wenn Sie sich überlegen, wofür sie das ganze Kilo Karotten verwenden möchten.

Fünf für drei rechnet sich meistens nicht

Jeder von uns ist schon mal darauf reingefallen: Zahlen Sie drei Brötchen, bekommen Sie fünf. Super, wenn es sich um Angebote handelt, die nicht verderblich sind. Fünf Paar Socken bekommen und drei bezahlen – da kann man zugreifen. Aber wenn es um Lebensmittel geht: Bitte erst überlegen, bevor man sich verführen lässt. Wenn Sie für Ihr Frühstück zum Beispiel eigentlich zwei Brötchen kaufen wollten, dann werden Sie wahrscheinlich keine fünf essen. Und am nächsten Tag kommen Sie nicht dazu oder haben Lust auf ein anderes Frühstück – und die Brötchen landen im Abfall. Die zwei gegessenen waren dann ganz schön teuer – und Sie haben Lebensmittel weg geschmissen. Überlegen Sie einmal ganz ehrlich, wie oft Sie schon überzählige Food-Schnäppchen entsorgt haben – wir auch. Fallen Sie nicht auf solche Angebote rein, wenn Sie nicht sicher sind, dass sie die eigentlich nicht eingeplanten Produkte auch essen, bevor sie verfallen oder vergammeln. Dann haben sie nämlich gar nichts gespart.

Tastethe wasteTaste the Waste

Falls Sie tiefer in dieses Thema einsteigen wollen: Ein Film zum Wachrütteln ist die deutsche Dokumentation „Taste the Waste“ von Valentin Thurn, der die Nahrungsmittelverschwendung von Supermärkten aufzeigt.
Und die Gefahren von Plastik zeigt die Kinodokumentation „Plastic Planet“ des österreichischen Regisseurs Werner Boote an, der uns die Gefahren von Plastik erklärt.

Beide Filme sind als DVD und Blue-Ray erhältlich oder kostenlos auf YouTube anzusehen
Taste the Waste
Plastic Planet