Seit ein paar Jahren veröffentlicht das Zukunftsinstitut, insbesondere die Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler, einen jährlichen umfangreichen Food-Report. Beruhend auf ihrer Expertise aus den Bereichen Trendforschung, Psychologie, Ernährungsentwicklung, Soziologie und Ökonomie erstellt Hanni Rützler einen hoch interessanten Report, der auch Laien zeigt, wohin sich unsere Gesellschaft mit dem Schwerpunkt Ernährung entwickelt.

FoodReport_2018-Cover-Web-1Da Ernährung ein elementares Thema jeder Gesellschaft ist, sind Food-Trends wertvolle „Barometer“ einer Gesellschaft. Sie geben Aufschluss über Sehnsüchte und Lebensumstände der Menschen, sie emotionalisieren und sind exzellente “Frühwarnsysteme” – auch im postiven Sinn.

Die alljährlichen Food-Reports sind daher wirklich spannende Lektüre. Wir haben Ihnen hier einmal die wichtigsten Themen des Food-Reports 2018 zusammengefasst.

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Gemüse wird zum Star

Gemüse übernimmt immer mehr die neue Hauptrolle auf dem Teller. Das Lernen von anderen Esskulturen und damit verbunden gänzlich neue Verwertungsmöglichkeiten von Pflanzen eröffnen ungeahnte Innovationspotenziale.

Wir wollen Lebensmittel erleben

Hanni Rützler nennt diesen Trend „Meet Food“ (frei übersetzt: Treffe Dein Essen). Immer mehr Konsumenten wollen ihre Lebensmittel nicht nur „verbrauchen“, sondern „erleben“. Für Produzenten eröffnet sich damit die Chance, ihre handwerkliche Meisterschaft zu zeigen und die Qualität ihrer Produkte unter Beweis zu stellen. Verbraucher erfahren tatsächlich mehr über die Produkte und der Respekt vor der Leistung der Produzenten und dem Lebensmittel an sich steigt (hoffentlich).

Female Connoisseurs

Der „weibliche Geschmack“ gibt die neue Richtung vor. In Zukunft werden wir mehr femininen Einfluss auf unsere Ess- und Trinkkultur, die Gastronomie und Lebensmittelszene erleben. Wir sind gespannt, wie dieser dann aussieht.

FoodReport_2018-Cover-Web-3The New Breakfast

Frühstücken boomt. Für Gastronomie und Hotellerie heißen die neuen Maßstäbe für den kulinarischen Start in den Tag: Individualität, Casual Style und internationaler Flair. Ein wunderschöner Trend. Suchen Sie mal in ihrer Stadt nach Frühstücksmöglichkeiten. Sie werden ganz sicher neue Lokale finden, von cool bis zauberhaft, vom schnellen Business-Breakfast bis zum ausgiebigen Mädelstratsch (weil Männer ja NIE tratschen!).

Middle_East_LevantLevante-Küche in der Gastronomie

Vielleicht erst einmal die Definition der Levante-Küche: Sie ist eine gemüsebasierte, frische Küche, in der die alte Tradition der arabischen Küche in der jungen Gastronomie-Szene (ursprünglich) Israels modernisiert wird. Einflüsse aus Syrien, Jordanien, dem Libanon mischen sich mit der Küche aus Israel. Besonderes Erkennungsmerkmal: In kleinen vielfältigen Gerichten, sogenannten Mezze, werden orientalische Klassiker wie Hummus, Falafel, Bulgur, Kichererbsen und Baba Ghannouge neu interpretiert.

Diese Küche erobert gerade die westliche Restaurantwelt. Ihr Erfolg gründet sich in einem Paradox, nämlich der Arabisierung der israelischen Küche. Mit Mezze werden im Nahen Osten nicht nur die kleinen Gerichte beschrieben, sondern auch die Kultur des Teilens, bei der das Zelebrieren des gemeinsamen Essens im Fokus steht. Diese arabische Tradition, kombiniert mit der hebräischen Offenheit und Kreativität, sowie der eklektische Zugang zur Kulinarik zeichnen die neue Levante-Küche aus.

FoodReport_2018-Cover-Web-5DE-Processing – Klingt komisch, ist aber 100 Prozent Gourmistas

De-Processing beschreibt einen neuen Trend in der Nahrungsmittelindustrie. Das Zurückgehen von industriell verarbeiteten Lebensmitteln. „Die Akzeptanz dieser Produkten sinkt immer mehr, der Wunsch nach natürlichen Herstellungsverfahren und Lebensmitteln steigt – und stellt die Industrie vor immense Herausforderungen, aber bringt auch innovative, alternative Player hervor“, heißt es im Food-Report.

Wir wissen das schon lange und daher entsprechen unsere Produkte eben genau diesen Vorgaben: Qualitativ hochwertige Lebensmittel, vorwiegend aus der Region, mit schonendem traditionellne Verfahren eingekocht, ohne chemische Zusätze oder Konsvervierungsmittel. Mit unseren Produkten sind wir also voll im Trend.

Entschuldigung: Wir wollten hier gar keine Werbung machen, es hat uns nur einfach gerade mitgerissen. Wir haben Gourmistas angefangen, weil wir selbst nach gesunden und köstlichen Mahlzeiten gesucht haben, die man auch mal für sich alleine zubereiten kann und für die man nicht immer erst drei Stunden am Herd stehen muss. Und jetzt sind wir ein Trend! Grandios!

Wer den ganzen Food-Report bestellen möchte, kann ihn über das Zukunftsinstitut bestellen: Hier geht’s zum Food-Report 2018

Das Zunkunftsinstitut

Das Zukunftsinstitut wurde 1998 gegründet und hat die Trend- und Zukunftsforschung in Deutschland von Anfang an maßgeblich geprägt. Heute gilt das Institut als einer der einflussreichsten Think Tanks der europäischen Trend- und Zukunftsforschung und ist die zentrale Informations- und Inspirationsquelle für alle Entscheider und Weiterdenker. Die Frage, mit der wir uns täglich auseinandersetzen, ist einfach gestellt: Welche Veränderungen – welche Trends und Megatrends – prägen unsere Gegenwart und welche Rückschlüsse lassen sich daraus für die Zukunft von Gesellschaft, Unternehmen und Kultur schließen?

Hanni Rützler

Als Pionierin der Ernährungswissenschaft, als Beraterin und Forscherin mit ihrem multidisziplinären Zugang zu Fragen des Ess- und Trinkverhaltens hat sich Hanni Rützler nicht erst seit ihrer legendären Verkostung des ersten In-Vitro-Burgers in London weit über den deutschsprachigen Raum hinaus einen Namen gemacht.

Als erfolgreiche Autorin zahlreicher Bücher und Studien, als Referentin auf Tagungen und Kongressen, als erfahrene Leiterin von Workshops wird sie vor allem wegen ihrer Qualitäten als Vermittlerin zwischen Theorie und Praxis sehr geschätzt.

 

Fotocredits:

Gemüse: pixelio; Stephanie Hoschlaeger

Titelbild: Shutterstock

Levante: Wikipedia

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