Um Ingwer kommt man kaum noch herum. Ob in Gerichten, Tees, Bonbons, immer öfter trifft man auf die kleine Wurzelknolle. Das ist allerdings kein Wunder. Denn abgesehen davon, dass Ingwer einfach lecker ist (zumindest für viele Menschen) – die Knolle ist auch seit Jahrtausenden für ihre gesundheitsfördernden Wirkungen bekannt.

Ingwer enthält über 160 verschiedenen Inhaltsstoffe, u.a. Eisen, viele Vitamine (Vitamin C + B6), Kalzium, Kalium, Natrium Phosphor, verschiedene ätherische Ölen sowie sogenannte Scharfstoffen (Gingerole und Shoagole) und Diarylhetanoide.

279194_web_R_K_B_by_Cornerstone_pixelio.deGingerol

Besonders interessant ist dabei das Gingerol, von dem im Ingwer drei verschiedene Arten enthalten sind. Sie haben antikarzinogene (anti-krebserregend), antientzündliche und immunsuppressive (unerwünschte Reaktionen des Immunsystems unterdrückende) Wirkungen. Derzeit wird untersucht, ob das 6-Gingerol auch anti-asthmatisch wirkt.

Gingerole hemmen nachgewiesenermaßen das Enzym Cyclooxygenase ebenso effektiv wie Aspirin. Daher wird Asprin in der TCM schon lange gegen Schmerzen, insbesondere Kopfschmerzen, Migräne oder Muskelschmerzen eingesetzt.

In einigen Studien wurden Gingerole auch erfolgreich unterstützend bei der Behandlung von Darm und Hautkrebs eingesetzt. Weitere wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit der Gingerole werden noch durchgeführt. Tatsächlich wird Ingwer als pflanzliches Heilmittel gerne in verschiedenen Bereichen eingesetzt:

Ingwertee-38Hilft fast immer

Bei Erkältung und Grippe

Ingwer erwärmt die verstopfte Nase macht sie wieder frei und kann sogar die negativen Wirkungen einer Grippe hemmen.

Denn Ingwer lindert auch Halsschmerzen und wirkt entzündungshemmend.

Dank seiner ätherischen Öle wird er auch als Aromatherapie gegen Atemwegserkrankungen eingesetzt.

Stärkung des Immunsystems

Regelmäßiger Konsum von Ingwer soll das Immunsystem unterstützen, und damit die allgemeine Fähigkeit zur Abwehr von Krankheiten.

Entzündungshemmung und Schmerzlinderung

Wie schon oben erwähnt, ist die Wirksamkeit als Schmerzmittel mittlerweile auch wissenschaftlich nachgewiesen.

Hilfe bei Verdauungsproblemen

Blähungen, Sodbrennen oder Aufstoßen können mit Ingewertee- oder wasser gemildert werden. Ebenso gilt dies für Menstruationsbeschwerden oder Übelkeit während der Schwangerschaft.

Hilfe gegen Reisekrankheit

In diesem Zusammenhang hilft Ingwer auch gegen Übelkeit auf Reisen zu Wasser und zu Land.

Krebsvorsorge

Neue Studien lassen vermuten, dass Ingwer zu der Gruppe von pflanzlichen Lebensmitteln gehört, die in der Lage sind, krebserregende Substanzen zu neutralisieren.

Blutgerinseln

Ähnlich wie Knoblauch sollen Substanzen aus dem Ingwer das Risiko von Blutgerinnseln senken.

442136_web_R_by_w.r.wagner_pixelio.deIngwer-Formen

 Frischer Ingwer

sollte nicht zu trocken gelagert werden. Verzehrt werden kann er – immer geschält – fein gehackt, durch die Knoblauchpresse gedrückt oder in feine Scheiben geschnitten – für Tees, Marinaden, Currys oder auch in Obstsalaten.

Gemahlener Ingwer

Während dem Trocknen des Ingwers werden aus Gingerolen sogenannte Shoagole. Diesen wird eine noch stärkere antikarzinogene Wirkung zugeschrieben als Gingerolen. Getrockneter Ingwer oder Ingwerpulver fördert zudem die Produktion von Magensäure und erleichtert so die Verdauung, beschleunigt den Stoffwechsel und sorgt für eine verstärkte Durchblutung. Dieser Effekt trägt dazu bei, gefährliche Ablagerungen in den Blutgefäßen und somit, etwa Thrombosen oder Schlaganfälle, zu vermeiden.

Allerdings verliert der Ingwer beim Trocknen und Mahlen viele andere Wirkstoffe.

759006_web_R_B_by_Tim Reckmann_pixelio.deEingelegter Ingwer (z.B. Shushi-Ingwer)

Schmeckt zwar fein, aber Vorsicht. Meistens enthält die Marinade jede Menge Zucker.

Nebenwirkungen

Da scheiden sich die Geister. Nach dem Motto: „Wo eine Wirkung ist, ist immer auch eine Nebenwirkung“ vertragen manchen Menschen Ingwer nicht gut – und statt Linderung bei Verdauungsbeschwerden zu erreichen, leiden sie nach dem Genuss von Ingwer unter Verdauungsstörungen, Sodbrennen oder Herzklopfen.

Daher empfehlen viele Ärzte, Kindern unter zwei Jahren keinen Ingwer zu geben. Ebenso sollten Menschen mit chronischen Magensäureproblemen lieber auf Ingwer verzichten.

Durch die blutverdünnende Eigenschaft des Ingwers sollte man ihn nicht gleichzeitig mit Aspirin einnehmen.

Bei Schwangeren kann er unter Umständen auch Wehen auslösen.

Grundsätzlich gilt ein Verzehr von 50 Gramm Ingwer oder 5 Gramm Ingwerpulver am Tag als unbedenklich. Wenn Sie täglich Ingwer zu sich nehmen, sprechen Sie doch einfach einmal mit Ihrem Hausarzt.

broeding-hirschcurry-mit-kartoffelnKüche mit Ingwer

Macht in der Küche Fleisch zart

Abgesehen von der gesundheitlichen Wirkung und vom Geschmack kann Ingwer, dank des Enzyms Thiolprotease in der Küche auch eingesetzt werden, um Fleisch zart zu machen. Dazu muss das Fleisch eine Weile mit frischem, zerdrücktem Ingwer mariniert werden.

Als Zutat ist Ingwer aus den meisten Küchen gar nicht mehr wegzudenken. Auch unsere Köche verwenden ihn gerne, um ihren Gerichten eine ganz besondere Note zu geben. Nur ein Beispiel dafür ist Manuel Reheis’ köstliches Hirschcurry mit Kartoffeln.

Zum Hirschcurry

 

Bildnachweis
Titelbild: philipphoto /Shutterstock
Ingwer mehreree: cornerstone/pixelio.de
Ingwer einzeln w.v.wagner/Pixelio.de
Eingelegter Ingwer in Schüssel: Tom Reckmann /pixelio.de
Ingwertee mit Honig: Stephanie Bräuer
Hischcurry: Gourmistas