„Schaaatz, ich sterbe!“ Wer bisher dachte, Männerschupfen oder sogar Tödlicher Männerschnupfen (TMS) sei die reine Erfindung etwas wehleidiger Männer, die gepflegt werden möchten ­– hat vielleicht gar nicht so unrecht. Aber es gibt doch tatsächlich wissenschaftliche Studien, die beweisen, dass Frauen besser vor Erkältungsviren geschützt sind als Männer. Die Gefahr ist also echt!

Testosteron kleinMedizinische Studien

Nicht nur eine, sondern gleich mehrere Studien haben festgestellt, dass Östrogen (also das weibliche Sexualhormon) die Immunabwehr stützt, während Testosteron (das männliche Sexualhormon) immunsuppressiv wirkt, die Immunabwehr also schwächt. (Was irgendwie unsinnig ist – vor lauter Männlichkeit versagt also die Immunabwehr – aber wahrscheinlich entspricht das männlicher Logik.)

Tatsache ist: Bei der Untersuchung der Nasenschleimhaut von Männern und Frauen, fanden sich u.a. bei einer Studie des Forscherteams der Toxikologin Jackye Peretz von der „John Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore (USA) deutlich mehr Viren bei den Männern als bei den Frauen. Letztere werden vom hohen Östrogen-Gehalt geschützt, der die Stoffwechselrate der Zellen vermindert und so verhindert, dass sich die Viren schnell im Körper ausbreiten. Das weibliche Immunsystem hat so mehr Zeit die Viren an einem Ort zu bekämpfen. Auch andere Studien kamen zu demselben Ergebnis, aber: Die von vielen Männer empfunden schrecklichen Leiden werden auch durch diesen Hormon-Unterschied nicht wirklich erklärt.

shutterstock_675131353Psychologischer Hintergrund

Um diese Extrem-Erfahrungen zu verstehen, muss die Psychologie hinzugezogen werden. Wenn Männer jammern und röcheln, dann können sie damit endlich ihre Sehnsucht nach mütterlicher Fürsorge ausdrücken – darin sind sich Psychologen einig. Ganz ehrlich: Was für ein Quatsch! Das würde ja bedeuten, dass sich Frauen nicht gerne pflegen lassen! Frauen sind in ihrem Wunsch nach zärtlicher Pflege nur meistens nicht so erfolgreich. „Schatz, warum ist denn kein Aspirin mehr im Haus, dann könntest Du jetzt eine nehmen“ ist schließlich schon eine männliche Frage, die auf einen enorm hohen Grad an männlicher Fürsorge-Willen schließen lässt.

Auch das Argument der Immunologin Beatrix Grubeck-Loebenstein von der Uni Innsbruck, Männer lebten immer noch risikoreicher, ernährten sich ungesünder und ließen sich weniger diszipliniert impfen, zählen wir mal zu psychologischen Seite des Tödlichen Männerschnupfens.

All diese Faktoren zusammen genommen, bleibt aber das Fazit: Echte Männer – also solche mit viel Testosteron, ungesundem Lebensstil und einer Neigung sich nichts sagen zu lassen – leben gefährlich. Sie sind den Schnupfen-Viren beinahe schon hilflos ausgesetzt. Was tun?

Hilfe beim Tödlichen Männerschnupfen

Hier unsere drei besten Tipps:

BuchMännerschnpfenDas Buch „Männerschnupfen“ von Peter Buchenau und Simone Lackerbauer

Hier finden sich alle Antworten darauf, warum bei Männern eine Erkältung nicht nur eine Erkältung ist. Eine Mischung aus Verhaltenspsychologie und Biologie mit viel Charme und Augenzwinkern. Der Verlag: „Eine Ode an die neue Männlichkeit: der Schrei nach Aufmerksamkeit. Leidensszenario, Hausmittel und Therapievorschläge inklusive.“

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Liebevolle Pflege – auch mit Gourmistas

Egal ob Mann oder Frau, wer röchelt, schnieft und schnupft und Fieber hat, dem geht es nicht gut. Und wer ein solches Elendswürmchen pflegt, der serviert – neben einer großen und wissenschaftlich nachgewiesen effektiven Portion Mitleid – am besten heißen Tee, eine Wärmeflasche und eine oder mehrere der wunderbaren Gourmistas-Suppen. Die wecken neue Lebensgeister … versprochen!

Intensivstation für Männer

Wenn es ganz schlimm wird, gibt es inzwischen gottseidank professionelle Hilfe. „Der Postillon“ berichtet, dass die ersten Intensivstationen für Männer eröffnet wurden. Dort werden auch Angehörige psychologisch betreut und Patienten mit gefährlichem Fieber ab 37.7 Grad Celsius wird auf Wunsch ein Krankenhauspfarrer zur Seite gestellt.

Mehr zur Intensivstation für Männer

Wir wünschen jedenfalls gute Besserung!

P.S. … und sollten vielleicht erwähnen, dass die Verfasserin dieses Artikels nicht männlich ist. Eine gewisse Subjektivität mag sich also durch den gesamten Artikel ziehen.

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Titel: Jelena Danclovic/Shutterstock
Testosterone: M-SUR/ Shutterstock
Zeichnung leidender Mann: Stone Pictures /Shutterstock