Wasser gilt als Symbol des Lebens, der Erneuerung und der Reinigung. Neben der Luft zum Atmen ist es das wichtigste Lebensmittel für Menschen und Tiere. Stoffwechsel, Verdauung, der Abtransport von Schadstoffen (Entgiftung) und unser Herzkreislaufsystem funktionieren ohne Wasser nicht. Und als Reaktionspartner für sämtliche chemische Reaktionen in den Körperzellen ist Wasser auch Träger für alle geistigen und emotionalen Informationen. Um all diese Funktionen optimal aufrecht zu erhalten, benötigen wir pro Tag (ohne zusätzliche sportliche Betätigung) 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit oder 30-40 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht über den Tag verteilt, am reinsten in Form von Wasser. Aber welches Wasser im riesigen Angebot ist nun das Richtige?

LeitungswasserTrinkwasser/Leitungswasser – in München top

In Deutschland stammt Trinkwasser aus der Leitung zu einem Drittel aus Oberflächenwasser und zu zwei Dritteln aus Grundwasser. Wegen möglicher Verunreinigungen des Oberflächenwassers durch äußere Einflüsse muss Trinkwasser mechanisch bzw. chemisch aufbereitet werden. Für diese Aufbereitung sind bis zu 50 Chemikalien in bestimmten Konzentrationen gesetzlich zugelassen, geregelt in der Trinkwasser-Verordnung. Mehr dazu auch auf Utopia.de https://utopia.de/ratgeber/kann-man-leitungswasser-deutschland-wirklich-trinken/#leitungswasser-trinken

Wer bei „50 Chemikalien“ zusammenzuckt, aber in München lebt, kann etwas aufatmen. Das Münchner Trinkwasser ist eines der besten in Europa und eignet sich, laut Stadtwerke, sogar für die Zubereitung von Babynahrung. Aktuelle Werte immer auf www.swm.de.

Lebt Trinkwasser noch?

Es gibt zahlreiche Studien verschiedener Interessensverbände, die nachweisen, dass Leitungswasser kein lebendiges Wasser mehr ist, und damit nicht nur ohne gesundheitsfördernde Wirkung, sondern sogar gesundheitsschädigend sein kann. Denn zahlreiche Rückstände werden gar nicht geprüft. Dazu gehören Medikamentenrückstände, Hormone und hormonähnliche Verbindungen, die bei unabhängigen Tests immer wieder im Trinkwasser festgestellt werden. Um sich davor zu schützen, kann man sich auch für den Privathaushalt Filter zulegen. Welche Filter Sinn machen – hier sollte man sich am besten von einem unabhängigen Experten beraten lassen.

Zahlreiche Tipps dazu unter http://www.trinkwasserberater.de

Wer die Qualität seines Trinkwassers testen will, kann auf der website http://www.wassertest-online.de sehen, wie es geht und entsprechende Test-Tests bestellen.

Wasser aus der Flasche – Was ist eigentlich was?

Natürliches Mineralwasser

Natürliches Mineralwasser wird aus natürlich oder künstlich erschlossenen Quellen gewonnen, die ihren Ursprung in unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen haben. Als einziges Lebensmittel bedarf es einer amtlichen Anerkennung, muss direkt am Quellort abgefüllt werden und zeichnet sich besonders durch seinen Gehalt an natürlichen Mineralstoffen, Spurenelementen oder weiteren Bestandteilen, wie z. B. Kohlensäure, aus. Den Charakter der verschiedenen Wasser prägt der Quellort durch seine Gesteinsschichten.

QuellwasserQuellwasser

Auch Quellwasser ist unterirdischer Herkunft und wird am Quellort abgefüllt. Es muss dabei aber nicht vor Verunreinigung geschützt sein und benötigt keine amtliche Anerkennung.

Heilwasser

Für Heilwasser gelten alle Kriterien der natürlichen Mineralwasser. Aber sie unterliegen dem deutschen Arzneimittelgesetz. Daher müssen sie einen Gehalt von mindestens einem Gramm pro Liter an gelösten festen Mineralstoffen oder anderen, besonders wertbestimmenden Einzelbestandteilen aufweisen. Heilwasser müssen zudem eine wissenschaftlich nachgewiesene und amtlich anerkannte vorbeugende, lindernde oder heilende Wirkung, haben. Als reine Durstlöscher sind sie nicht geeignet, weil sie durch den hohen Mineralstoffgehalt meistens nicht gerade köstlich schmecken.

Tafelwasser

Im Gegensatz zu Quell- und Mineralwasser ist Tafelwasser künstlich hergestellt und wird in der Regel in Fabriken abgefüllt, benötigt keine amtliche Anerkennung, unterliegt aber der deutschen Mineral- und Tafelwasser-Verordnung. Bei einem Gehalt an Natriumhydrogencarbonat von mehr als 570 mg/l spricht man von Sodawasser.

Geschmacksfrage Kohlensäure

Kohlensäure wirkt belebend, erfrischend und regt den Kreislauf und die Verdauung an. Als Säure ist sie sehr schwach und macht daher auch nicht gleich den Magen sauer, wie oft behauptet wird. Aber sie muss vom Körper verarbeitet werden, was bei manchen Menschen zu einem aufgeblähten Bauch oder starkem Aufstoßen führt. Für Entgiftungs- und Fastenkuren wird daher auch der Konsum von stillem Wasser empfohlen. Insgesamt bleibt die Entscheidung für oder gegen Kohlensäure aber eine Frage des persönlichen Geschmacks.

WasserflascheMit Glas auf Nummer Sicher

Auch wenn Wasser in der Plastikflasche natürlich viel leichter zu transportieren ist, sollte man vermehrt auf Glasflaschen zurückgreifen. Denn mehrere anerkannte Studien konnten nachweisen, dass Wasser in Plastikflaschen durch die im Plastik enthaltenen chemischen Stoffe belastet sein können. Vor allem geht es hier um den chemischen Weichmacher Bisphenol A aber auch hormonähnliche Stoffe wie Östrogen. Nicht alle Wasser in Plastikflaschen müssen diese Stoffe aufweisen, doch mit der Glasflasche geht man auf Nummer Sicher.

Wasser en vogue

Wasser ist in den letzten Jahren „chic“ geworden. So gibt es zum Beispiel ein Mineralwasser aus Norwegen nur in einer von Calvin Klein entworfenen Flasche. Und ein Kanadisches Mineralwasser wird durch ein Goldsieb gefiltert, um zusätzlich im Gold enthaltene Mineralien aufzunehmen.

Je mehr das Thema Wasser in den letzten Jahren in Mode gekommen ist, desto mehr Beachtung hat es natürlich auch in der Gastronomie gefunden. Um hier kompetente Beratung zu gewährleisten, hat sich neben dem bekannten Wein-Sommelier auch die (zusätzliche) Fach-Ausbildung Wasser-Sommelier entwickelt. Einer der ersten Wassersommeliers ist Arno Steguweit, der auf seiner Internetseite ausführlich die verschiedenen Wasser-Typen und ihren Genuss erläutert (www.wasser-sommelier.de).

In München befindet sich seit 2011 auch die Wasser-Sommelier-Union, die Vereinigung aller Wassersommeliers in Deutschland. Sie bietet einmal jährlich eine Ausbildung zum Wasser-Sommelier an. Man kann über sie aber auch seinen eigenen Wasser-Sommelier nach Hause bestellen – für’s nächste Sommerfest oder das Menü, nach dem die Gäste völlig unbesorgt mit dem Auto nach Hause fahren können.

WsserUmweltZum Nachdenken

Was man bei aller Freude über den Genuss von Wasser bei uns nicht vergessen sollte. Obwohl die Vereinten Nationen 2010 das Recht auf sauberes Wasser in die Erklärung der Menschrechte aufgenommen haben, gibt es leider noch immer über 600 Millionen Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mehr Informationen und Möglichkeiten zu helfen auf www.unicef.de oder www.welthungerhilfe.de, und in der Suchfunktion jeweils das Stichwort „Wasser“.

Aber auch Ihre Entscheidung für ein bestimmtes Wasser ist wichtig. Unabhängig von Vorwürfen, mit denen zum Beispiel die Firma Nestlé und ihr Wasser Pellegrino immer wieder konfrontiert werden: Überlegen Sie einmal, ob ihr Mineralwasser wirklich hunderte und tausende von Kilometern zu Ihnen reisen muss, oder ob es nicht in der Region mindestens genauso gutes Wasser gibt.

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Leitungswasser: Shutterstock/Lipskiy
Quellwasser: Shutterstock/ArtTim
Weltwasser (Zum Nachdenken): Shutterstock PopTika